HPV-Impfung

Gebärmutterhalskrebs ist nach Brustkrebs die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen und zählt zu den wenigen Krebsarten, deren Ursache man heute kennt. Hauptverursacher sind Humane Papillomaviren, kurz HPV.
Erstmalig besteht die Chance, sich schon vor dem Ausbrechen der Tumorerkrankung zu schützen. In Deutschland stehen drei Impfstoffe zum Schutz vor einer HPV-Infektion zur Verfügung: Gardasil®, Gardasil® 9 und Cervarix®. Die Impfstoffe verhindern die Ansteckung mit den beiden häufigsten an der Krebsentstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligten Virustypen, HPV 16 und 18. Gardasil® schützt darüber hinaus vor einer Infektion mit den Virustypen HPV 6 und 11, die gutartige Genitalwarzen auslösen. Gardasil® 9 wirkt sogar gegen insgesamt neun HPV-Typen. Langfristig soll der Neunfachimpfstoff den Vierfachimpfstoff ersetzen.

Wovor schützen die HPV-Impfstoffe?

Die Impfstoffe wirken nur vorbeugend; eine bereits bestehende Infektion kann durch sie nicht behandelt und nicht beseitigt werden. Ebenso wenig können die Folgen einer HPV-Infektion, wie auffällige Veränderungen am Gebärmutterhals oder gar ein Gebärmutterhalskrebs mit der Impfung behandelt werden.
Allerdings beugt die Impfung der Infektion mit anderen im Impfstoff enthaltenen Virustypen vor, mit denen die zu impfende Person aktuell nicht infiziert ist. Ist eine Frau zum Beispiel mit HPV 16 infiziert, so kann die Impfung eine zusätzliche Infektion mit HPV 6, 11 oder 18 verhindern.

Wer sollte vorrangig geimpft werden?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Humane Papillomaviren für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren, möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Bei ihnen ist mit großer Sicherheit davon auszugehen, dass keine Infektion mit den hauptsächlich sexuell übertragenen humanen Papillomavirustypen vorliegt.

Sollten auch Männer geimpft werden?

Eine Impfempfehlung für Jungen und Männer gibt es nicht. Viele Experten empfehlen die Impfung ausdrücklich auch für Jungen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Da Gardasil® und Gardasil® 9 auch der Infektion mit weiteren HPV-Typen vorbeugen, könnten Männer vor Genitalwarzen sowie der Entstehung von Penis- und Analkarzinomen geschützt werden.

Wie werden die Impfstoffe verabreicht?

Die Impfung besteht aus zwei Einzeldosen, die innerhalb von sechs Monaten in die Muskulatur des Oberarms oder Oberschenkels verabreicht werden. Ab dem Alter von 15 (Cervarix®) beziehungsweise 14 Jahren (Gardasil®) sind aber weiterhin drei Einzelimpfungen vorgesehen.

Wer trägt die Kosten für die Impfung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren. Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr kann die Impfung zulasten der Krankenkasse nachgeholt bzw. der Impfschutz vervollständigt werden. Personen, die nicht zu dieser Zielgruppe gehören, müssen die Kosten für die Impfung meist selbst tragen. Es lohnt sich jedoch in jedem Fall, eine Kostenübernahme individuell bei der jeweiligen Krankenkasse abzuklären.

Ersetzt die Impfung die Früherkennungsuntersuchungen?

Nein, die Impfung kann die Früherkennungsuntersuchung nicht ersetzen! Trotz Impfung gibt es ein Restrisiko für Gebärmutterhalskrebs. Zwar sind HPV 16 und HPV 18 für über 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich, bei etwa 30 Prozent der betroffenen Frauen sind jedoch andere, seltenere HPV-Typen an der Krebsentstehung beteiligt, gegen die sich der Impfstoff nicht richtet. Aus diesem Grund bleiben weiterhin die frauenärztlichen Früherkennungsuntersuchungen eine wichtige Maßnahme, um verdächtige Zellveränderungen rechtzeitig zu erkennen. So kann eine Krebsentstehung vermieden oder eine Erkrankung im Frühstadium erkannt und in der Regel geheilt werden.

Stand 01/2017

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